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Was du den Sommelier immer schon fragen wolltest

Cola Rot? Das geht auch mit Pétrus 1990 für 5000 Euro die Flasche. Wie unserem Sommelier Udo Riegler das passiert ist und warum er manchmal lieber Bier als Wein trinkt, verrät er hier.

Er selbst sagt von sich ja, dass er auf jede Frage eine Antwort hat – ganz besonders, wenn sie mit Wein zu tun hat. Wir haben unsere Gäste gebeten, unseren Sommelier und Restaurantleiter Udo Riegler mit Fragen zu löchern. Hier sind die Antworten.

 

Das Außergewöhnlichste, das du je getrunken hast?

Udo Riegler: … das war auch das Außergewöhnlichste, das ich je ausgeschenkt hatte. Ein russischer Gast am Arlberg orderte eine Flasche Pétrus um gute 5000 Euro. Dazu wollte er Cola zum Mixen. Auch wenn es weh tut, ich hab ihm dieses fragwürdige Vergnügen natürlich gegönnt. Als Dankeschön durfte ich ein Glas Pétrus – natürlich ohne Cola – mittrinken.

 

Was trinkt der Sommelier zuhause?

Udo Riegler: Ich liebe deutsche Rieslinge und trinke auch gerne Weine aus Frankreich – Burgund oder Bordeaux. Zuhause nutze ich wie auch hier im Lokal den Coravin – so kann man sich perfekt durch ein paar besondere Flaschen durchkosten. Das funktioniert auch bei uns im Lokal bei mehr als 100 Positionen unserer Schatzkammer.

 

Welcher Wein passt am besten zum Schnitzel?

Udo Riegler: Ich finde, dass zum Schnitzel am besten ein Bier passt. Ich persönlich mag gerne Craft Biere, am liebsten Pale Ale. Ich lasse das auch gerne in die Begleitungen zu unseren Menüs einfließen. Es ist doch spannend, wenn man nicht immer „nur“ auf Wein setzt. Genau diese Abwechslung macht das Erlebnis aus, denke ich.

 

Der größte Fehler, den man zuhause mit Wein machen kann?

Udo Riegler: Wenn man den Wein im Wohnzimmer stehen hat und sich nach ein paar Jahren denkt, dass der noch immer gut ist. Sehe ich immer wieder. Am besten ist es, den Wein liegend im Keller zu lagern. Oder man leistet sich einen Weinklimaschrank.

 

Wann nimmt man eine Karaffe und wann nicht?

Udo Riegler: Wenn ich schwere Weißweine habe, dann dekantiere ich diese gerne. Bei älteren Roten bin ich eher vorsichtig. Die neigen dazu, in der Karaffe rasch abzubauen und oxidativ zu werden. Bordeaux oder Rioja schenke ich deshalb lieber direkt aus der Flasche aus.

 

Welcher Wein eignet sich am besten für einen Spritzer?

Udo Riegler: Welschriesling oder Grüner Veltliner.

 

Welche Temperatur soll ein Wein haben?

Udo Riegler: Das ist natürlich ganz unterschiedlich. Klassische Weißweine können gut auf 6 bis 7 Grad herunter gekühlt sein. Alles, was aber schon komplexer wird, verträgt durchaus mehr Temperatur – das kann bis zu 12 Grad gehen, manche Weiße sind sogar bei 14 Grad perfekt. Rotwein serviere ich immer so um die 15 Grad.

 

Wie kühlt man einen Wein schnell herunter?

Udo Riegler: Am besten funktioniert ein alter Trick, den ich schon in meiner Lehrzeit angewendet habe: den Wein in einen Kübel mit Wasser und viel Eiswürfel oder Eispads stellen. Dann ordentlich Salz dazu geben. So kühlt der Wein am schnellsten ab.

 

Dein „Perfect Match“ im aktuellen Gourmetmenü in der ESSENZZ?

Udo Riegler: Ein Furmint aus dem Hause Herrenhof-Lamprecht, 2015er Jahrgang. Harmoniert herrlich mit diesem wunderbaren Gang unseres Küchenchefs: Tartar von der alten Milchkuh, abgemacht mit Leindotteröl, Dotter und Salz, dazu geschmorter und gebrannter Zwiebel, Zwiebelfond, Petersilien-Öl und Petersilien-Stängel.

 

Sekt oder Champagner?

Udo Riegler: Champagner. Einfach weil er gut ist. Leider hat er bei uns ja den Ruf als Luxusgetränk. Aber Champagner muss nicht gleich teuer sein. Es gibt gute Champagner um die 30 oder 40 Euro. Diese zu trinken, ist einfach immer ein Vergnügen.

 

Wo kaufe ich am besten meinen Wein?

Udo Riegler: Gut aufgehoben ist man natürlich immer in einer Weinboutique. Wer in Stainz oder in der Nähe zuhause ist – selbst Graz ist ja nur 20 Minuten weit weg – kann ja auch unseren Weinautomaten nutzen. 144 Positionen sind rund um die Uhr verfügbar. Das ist schon ein mehr als verführerisches Angebot.