SLIDER_Zugpferd_001

Schilcherland kann die Südsteiermark als Tourismusmagnet ablösen

Seit 2015 führt Bernhard Langer den 4-Sterne-Superior Stainzerhof. Der Geschäftsführer und Hoteldirektor im Interview über die Erfolge im abgelaufenen Jahr und die besonderen Herausforderungen des Hotels als Zugpferd für eine ganze Region.

Der Jahreswechsel markiert stets einen Zeitpunkt, an dem man zurückblickt, aber auch nach vor. Womit wollen wir beginnen?

Berhard Langer: Der Blick nach vorne war mir schon immer der liebere.

 

Gut: 2019 beginnt zuerst einmal mit einem geschlossenen Hotel. Die Pforten geöffnet hat der Stainzerhof erst wieder am 7. Jänner. Warum die Pause?

Berhard Langer: Wir wollten unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über Weihnachten und Silvester eine Pause gönnen. Gutes Personal zu finden, das ist in unserer Branche zu einer der wichtigsten Herausforderungen geworden. Wir können zum Glück aber stets aus einer Vielzahl an Bewerbungen wählen. Das hat auch damit zu tun, dass eben wir sehr stark auf die Bedürfnisse unserer Mitarbeiter eingehen. Und dann starten wir im Jänner ja auch schon wieder richtig durch: Am 17. Jänner kochen wir bei der 110-Jahre-Gala von Sturm Graz, am 19. Jänner steht mit der Hochzeitsmesse bei uns im Haus bereits der nächste wichtige Termin an.

 

Wie siehst du die Rolle des Stainzerhofs für die Region?

Berhard Langer: Wir sind in der schönen Lage, dass wir sowohl Touristen als auch Einheimische mit unseren Angeboten ansprechen. Die Basis jedes Betriebs – und gerade eines Hotels – ist die Region und deren Menschen. Wir arbeiten nicht nur im Wirtshaus und in unserem Gourmetrestaurant mit Landwirten und Winzern aus der Umgebung zusammen, sondern sehen die Einheimischen auch als wichtige Gäste für unser Haus. Das geht von jenen, die gerne auf einen Kaffee oder auf ein Bier zu uns kommen bis hin zu Unternehmen aus der Region, die uns als Seminarhotel nutzen. Die Region hat touristisch so viel zu bieten – und auch da sehe ich uns in der Verantwortung als Zugpferd. Gemeinsam können wir vieles für den Bezirk vorantreiben.

 

Österreichweit ist vor allem das Gourmetrestaurant ESSENZZ immer wieder in den Schlagzeilen. Von 0 auf 3 Hauben in nur eineinhalb Jahren – kann man das planen?

Berhard Langer: Der Plan ist es, jeden Tag unser Bestes zu geben und dann sehen wir, was am Ende herauskommt. Und ja, wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnung des Gault Millau. Unser Küchenchef Alexander Posch wurde zudem auch in den erlesenen Kreis der 50 besten Köche Österreichs aufgenommen. Stainz ist damit auf der Landkarte der Gourmets zu einem Fixpunkt geworden. Seit wir die dritte Hauben haben, reisen Gäste auch von weit her an, nur um in der ESSENZZ zu essen und in Stainz zu nächtigen. Natürlich unternehmen diese Gäste dann auch noch vieles anderes in der Umgebung – somit profitiert davon auch die Region. Die Kulinarik ist sicher ein spannendes Thema, auf das die Region touristisch noch stärker setzen sollte. Es gibt so viele tolle Kolleginnen und Kollegen mit herausragenden Restaurants hier. Gemeinsam könnten wir noch mehr erreichen. Das Schilcherland hat das Zeug, die Südsteiermark auf lange Sicht als Tourismusmagnet abzulösen. Die Kulinarik kann dabei ein Zugpferd sein.

 

Wie nehmen die Einheimischen das Gourmetrestaurant an?

Berhard Langer: Sehr gut. Wir merken immer mehr, dass die Stainzer stolz auf diesen Betrieb sind, der die Produkte aus der Region hochhält. Das war sicher nicht immer so. Unser Vorteil ist auch, dass die selbe Küchenmannschaft auch für das Wirtshaus verantwortlich ist. Hier steht das Bodenständige im Fokus. Tafelspitz, Wiener Schnitzel oder Kaiserschmarrn klassisch zubereitet von den besten Köchen des Landes? Das können in Österreich nur wenige Adressen bieten. 2019 wollen wir diesen Wirtshaus-Charakter noch stärker ausbauen.

 

Welche Ziele stehen noch an?

Berhard Langer: Unser Betrieb hat sich 2018 von einem Hotel mit Restaurant in ein Restaurant mit Hotel gewandelt. Dieses Verhältnis wollen wir 2019 wieder auf gleich stellen. Kulinarisch werden wir uns natürlich weiterentwickeln. So nutzt einer unserer Köche, Thomas Piplitz, die Pause der ESSENZZ (Anmerkung: Geöffnet ab 12. März 2019), um sich bei den besten Köchen der USA und in Skandinavien neue Inputs zu holen. Aber 2019 wollen wir auch verstärkt das Hotel in die Auslage stellen. Immerhin können wir hier aus dem Vollen schöpfen und bieten beste Arrangements für Seminare und Hochzeiten sowie auch für Urlauber, die unsere Region schätzen. Dazu werden wir den ohnehin schon guten Kontakt zum Tourismusverband noch stärker ausbauen. Gemeinsam können wir viel erreichen für die Region.

Highlight 2018: 3 Hauben für die ESSENZZ.
Das Hotel als Zugpferd für die gesamte Region.